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Dieter's Fotografie-Blog

in a hurry

Die Geschichte zum Bild

09.06.2019 / Dieter Bosli

Pfingstsonntag 2019. Himmel einfach grau, keine Wolken, einfach nur eintönig grau. Ich wollte doch fotografieren gehen. Könnte heute sogar regnen.

Ich suchte mir also einen Ort in der Stadt, der Grau zum Thema hat, gedeckt ist, und irgendwie meine Stimmung widerspiegeln würde.

Zürich Hardbrücke! Wirklich viel ist nicht los. Eben das miese Wetter und Sonntagvormittag. So baue ich mein Stativ mit der Kamera auf und mache Bilder, welche primär vom Fluchtpunkt als Perspektive leben. Klar immer wieder mal Personen, Autos und Fahrräder die ins Bild kommen. Abdrücken in der Hoffnung, dass sich da irgendwas Lustiges daraus ergibt.

Dann kommt sie, rennt an mir vorbei, keine Scheu mir ins Bild zu laufen, sie hat es ja eilig…

Okay, dann eben mit ihr. Ich drücke ab, immer wieder. Zu Hause ergibt sich wie beim Daumenkino eine Bewegungsstudie einer rennenden Frau von hinten. Ihr kennt das...

Am Ende habe ich das erste der Serie für mein Bild gewählt, da wo sie mir gerade in die Linse gerannt kam und ich entschied abzudrücken. Zwar ist der Fluchtpunkt unter der langen Brücke verdeckt, jedoch befindet sie sich in der Mitte, fast genau zwischen den beiden grossen Pfeilen auf dem Schild über ihrem Kopf. Sie ist zu nah, um scharf abgebildet zu sein, was die Bewegungsunschärfe noch verstärkt. Damit bildet sich langsam eine Bildidee in meinem Kopf. Etwas Dramatik, nicht nur im Stress, sondern vielleicht sogar auf der Flucht....

Bearbeitung: Meine Idee ist ein schwarz-weiss Bild. So entwickelte ich zwei unterschiedliche SW-Varianten des Bildes. Schon hier konnte ich mich nicht für eines entscheiden. Im einen war sie besser dargestellt, im Anderen das Umfeld, im Speziellen der Rand des Bildes. Also wurden beide in Ebenen überlagert und überblendet.

Diese rote Tafel mit den Pfeilen, dieses Rot sollte doch mit ins Bild... Color Key, ist bringt es nicht wirklich...

Ich unterlegte unter die SW-Bearbeitungen eine Einstellebene mit einer starken (Über-)Sättigung von Rottönen. Die SW-Ebenen kamen in einen Ordner darüber, bei welchem ich ganz leicht die Deckkraft zurücknehme. So entstand die erste Version meines Bildes:

Noch nicht ganz zufrieden damit ging ich wieder zurück zur reinen SW-Version zurück. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob das nun tatsächlich besser war, so entstand reine SW-Variante als zweite Version meines Bildes:

Wirklich zufrieden war ich irgendwie mit beiden nicht. Ich habe sie trotzdem mal in der Fotocommunity hochgeladen. Immer wieder habe ich selber die Bilder betrachtet, hin und her überlegt was da noch nicht stimmt. Am Ende kam mir dieselbe Idee wieder, die mir schon zu Beginn mein Dilemma der beiden SW-Versionen gelöst hat. Ich verwende einfach Beide und überblende sie entsprechend. Und ja, das Ergebnis hat mich irgendwie direkt überzeugt. Das wars, was ich im Kopf hatte.

Die letzte Entscheidung, war dann noch das Format. 4:3 oder doch besser 16:9? Beide hatte ich vorliegen. Bei 16:9 verliere ich oben und unten Bildmaterial. Oben kein Problem, unten mit den Markierungen auf dem Boden schon eher. Ich habe mich trotzen für 16:9 entschieden. Die Breite unterstreicht die Dramatik und auch die Flucht im Bild. Beides wollte ich ja so im Bild haben.

Fehlte noch der Titel, doch der ergab sich irgendwie dann irgendwie von selbst.

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Hardbrücke Zürich
09.06.2019 / Dieter Bosli

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Dieter Bosli